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AUFWERTEN

Energiehölzer ergänzen die Landwirtschaft:
AUFWERTEN stärkt die regionale Wirtschaft und den Umweltschutz mit Agroforst.

Das Team des Verbundprojekts AUFWERTEN erforscht, wie sich Energieholzanbau und Landwirtschaft kombinieren lassen. Die Forschungspartner untersuchen die ökologischen Vorteile dieser sogenannten Agroforst-Systeme. Auch die ökonomische Tragfähigkeit steht im Fokus des Projekts.

Das Ziel von AUFWERTEN: Ein Konzept, das Landwirten detailliert aufzeigt, wie sich Agroforstwirtschaft in der landwirtschaftlichen Praxis realisieren lässt.



In der Agroforstwirtschaft werden Gehölze zusammen mit Ackerkulturen oder mit Grünland angebaut. Eine Variante sind Gehölzstreifen mit schnellwachsenden Baumarten. Sie brauchen etwa zehn Jahre, bis ihr Holz genutzt werden kann.

Die Untersuchungsregion der Innovationsgruppe AUFWERTEN liegt in Südbrandenburg, das durch vergleichsweise ertragsschwache Böden geprägt ist. Infolge des Klimawandels ist in der Region mit stärkeren Wetterextremen und häufigerer Trockenheit zu rechnen, die Böden und Ernte beeinträchtigen.

In der Innovationsgruppe AUFWERTEN arbeiten Umwelt- und Naturwissenschaftler, Ökonomen, Innovationsforscher und Landwirte sowie Vertreter aus kommunaler Verwaltung und aus Vereinen zusammen.

Thomas DominPraxispartner, selbstständiger Landwirt

Susann SkaldaPraxispartnerin, Biomasse Schraden e.V.

Gottfried RichterPraxispartner, Amtsdirektor Amt Kleine Elster

Carmen SchulzePraxispartnerin, Amt Klein Elster

Dr. Christian BöhmProjektkoordinator, BTU Cottbus-Senftenberg

"Umwelt-, Gewässer- und Errosionsschutz geht alle Landwirte etwas an. Mit der Agroforstwirtschaft haben wir ein Instrument, welches uns dabei helfen kann die Biodiversität zu verbessern, Nitratausträge zu verringern und Erosion zu vermindern."

"Ziel ist es, die Agroforstproduktpalette zu erweitern und die Beratungsarbeit mit Blick auf die Komplexität und Vielfältigkeit agroforstlicher Landnutzungsformen auszuweiten. Wichtig ist dabei die Analyse und Beurteilung regionaler und überregionaler Vermarktungschancen."

"Die wirtschaftliche Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Verhältnis zu fossilen Rohstoffen kann nur mit öffentlichen Zuschüssen konkurrenzfähig bleiben. Eine CO2-Einsparung sollte anerkannt und vergütet werden. Durch die regionale Wertschöpfungskette werden Arbeitsplätze und damit Perspektiven für den ländlichen Raum geschaffen."

"Bisher gab es zum Projekt AUFWERTEN sehr positive Rückmeldungen und vor allen Dingen auch Interesse an Agroforst insgesamt. Wir erklären oft, was Agroforst ist, was es für einen Nutzen hat und wie man das Beispiel umsetzen kann."

"Wir wollen untersuchen, was notwendig ist, um Agroforstsysteme in die Praxis überführen zu können und Landwirte das von sich aus etablieren. Wir verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz, weil wir der Meinung sind, dass nur eine Kombination unterschiedlicher Perspektiven - ökologisch, ökonomische, technisch-logistische, rechtliche - zu einer Verbreitung von Agroforstsystemen führen kann."

Die AUFWERTEN-Partner haben u.a. erforscht, dass Gehölzstreifen die Felder vor starkem Wind schützen. Bis zu 96 Prozent kann die Windgeschwindigkeit reduziert werden. Damit wird Bodenerosion verhindert.

Zudem verbessern die Gehölze das Mikroklima und verringern die Verdunstung. So kann auch auf trockeneren Standorten mehr geerntet werden.

Das Verbundprojekt hat Technologien zur Ernte, Lagerung und Trocknung entwickelt. Aus den Hölzern lassen sich beispielsweise Hackschnitzel zum Bodenschutz, für Baumaterialien oder zum Heizen herstellen.

Für Landwirte, landwirtschaftliche Berater oder kommunale Verwaltungen entstand ein GIS-basiertes Analyse-Werkzeug. Damit können sie ermitteln, wo Agroforstwirtschaft nutzbringend betrieben werden kann.

Um zu prüfen, ob ein Agroforstsystem für einen Betrieb wirtschaftlich ist, wurde ein Agroforst-Rechner entwickelt. Zudem testet das Forschungsprojekt Geschäftsmodelle für Agroforstwirtschaft. Denn der Mehrwert hängt von Standort, Betriebsstruktur sowie regionalen Verwertungsmöglichkeiten ab.

Agroforstsysteme verändern das Landschaftsbild. Befragungen zeigten, dass Agroforstsysteme von der Bevölkerung als Bereicherung empfunden werden.

Agroforstsysteme werden von der EU-Agrarförderung bisher nicht gefördert. Eine Definition in der Agrarverordnung fehlte bisher. Das AUFWERTEN-Team hat einen Vorschlag zur Aufnahme der Agroforstwirtschaft in die EU-Agrarförderung erarbeitet.

Das erste überregionale Kompetenzzentrum Agroforst soll 2019 in Südbrandenburg eröffnet werden – als Informations- und Beratungsplattform für Kommunen, Landwirte und Bürger.

Resonanz und Wirkung:
Das Forschungsprojekt in der Öffentlichkeit.

BauernZeitung (16.12.2016)

Standortbestimmung mit Gewinn

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Lausitzer Rundschau (25.3.2017)

Bei Massen Pappeln auf dem Feld

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Die Welt (26.6.2016)

Energie für morgen

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Ansprechpartner

Dr. Christian Böhm
BTU Cottbus Senftenberg
Fachgebiet für Bodenschutz und Rekultivierung

Projektpartner:

  • Amt Kleine Elster
  • Biomasse Schraden e.V. (BS e.V.)
  • Landwirtschaftsbetrieb Domin
  • Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB)
  • Technische Universität München
  • Universität Bayreuth


Weiterführende Informationen
http://www.agroforst-info.de

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