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EnAHRgie

Gemeinsam die lokale Energiewende gestalten:
EnAHRgie entwickelt robuste und umsetzungsfähige Wege zu einem lokalen Energiekonzept.

Die Innovationsgruppe EnAHRgie will Wege aufzeigen, wie eine nachhaltige Energieversorgung im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler bis 2030 umgesetzt werden kann.



Das Ziel von EnAHRgie: Ein Energiekonzept für den Landkreis, das auf erneuerbare Energien setzt und organisatorische, technische und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Die Ergebnisse sollen auch für andere Landkreise nutzbar sein.

Der Landkreis Ahrweiler gehört zur bundesweiten Initiative der „100ee-Regionen“. Ihr Ziel ist, den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bis 2030 auf 100 Prozent zu erhöhen.

Für den Landkreis Ahrweiler bedeutet das: Den Flächenbedarf für neue Energie-Anlagen mit den Bedarfen von Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus zu koordinieren. Desweiteren sind die Zuständigkeiten der Verwaltungen auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene abzustimmen.

In der Innovationsgruppe enAHRgie arbeiten Innovationsforscher, Politik- und Sozialwissenschaftler, Naturwissenschaftler, Ingenieure und Vertreter aus Kommunen, Verbänden und Unternehmen sowie Bürger zusammen.

Dr. Gisela WachingerDIALOGIK

Dr. Jan BeermannWissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU)

Wolfgang SchlagweinLokaler Praxispartner, EA European Academy

Dr. André SchaffrinProjektleiter, EA European Academy

"Das Verbundprojekt EnAHRgie stellt die Wissenschaftler aufgrund seiner komplexen Projektstruktur und Diskussionen zur Energiewende auf der lokalen Ebene vor große Herausforderungen. Dennoch gelingt es, in der Zusammenarbeit mit vielen sehr engagierten Praxispartnern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die Umsetzung der Modellergebnisse in die Praxis gemeinsam zu gestalten."

"Die große Stärke von EnAHRgie ist die direkte Einbindung von lokalen Praxispartnern über eigene Stellen. So können Wissenschaftler und lokale Stakeholder zusammenarbeiten und ein passgenaues Energiekonzept für den Landkreis Ahrweiler entwickeln."

"Am Runden Tisch haben elf Verbände und Vereine in bisher elf Treffen ihre Sichtweisen und Gedanken zur Energiewende ausgetauscht. EnAHRgie hat damit der ganzen Spannbreite von Meinungen erstmals eine regelmäßige, moderierte Plattform eingerichtet. Trotz unterschiedlicher Interessen ist es gelungen, ein gemeinsames Papier mit Empfehlungen zur Energiewende zu verabschieden. Nun kommt es darauf an, das Konzept kontinuierlich weiter zu entwickeln."

"Das Projekt EnAHRgie unterstützt Regionen, bei der Energiewende nicht den Anschluss zu verlieren. Dazu zeigen wir klare Wege auf, wie sie von der Energiewende profitieren können."

Im ersten Projektjahr nahm das EnAHRgie-Team eine vollständige Bestandsaufnahme zur Ist-Situation sowie zu Chancen, Potenzialen und Herausforderungen der lokalen Energiewende vor.

Das Ergebnis: Der Landkreis verfügt über ein hohes ungenutztes Potenzial zur Energieerzeugung aus nicht-fossilen Quellen. Viele Möglichkeiten gibt es auch bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen.

Solarenergie könnte den lokalen Strombedarf zu etwa zwei Drittel decken. Bei der Windkraft ist das Potenzial theoretisch noch höher. Allerdings sind neue Windkraftanlagen schwer zu realisieren. Anders ist die Situation beim Wärmebedarf: Etwa die Hälfte des Wärmebedarfs könnten die Privathaushalte im Landkreis durch eigene Quellen sowie durch Einsparpotenziale abdecken.

Im zweiten Schritt entstanden drei Zukunftsszenarien, die unterschiedliche Varianten der Strom- und Wärmeerzeugung aufzeigen. Diese waren das Ausgangsmaterial, mit dem ein intensiver Dialog mit den Bürgern vor Ort begann. Alle drei Szenarien weisen mehr Wertschöpfung und weniger negative Beeinträchtigung, z.B. durch Schadstoffemissionen oder Einbußen beim Tourismus für die Bevölkerung vor Ort auf als in einem Referenzszenario ohne Ausbau von Erneuerbaren Energien.

Jede Gemeinde im Landkreis erhielt zudem einen Steckbrief mit Informationen über ihren Ist-Zustand der Versorgung mit erneuerbaren Energien und über die Auswirkungen, die jede der drei Zukunftsszenarien haben kann.

Das Verbundprojekt EnAHRgie hat es geschafft, unterschiedlichste Menschen, etwa aus lokalen Vereinen und Verbänden, über die Energiewende ins Gespräch zu bringen.

Im Rahmen dieser Gespräche und durch eine repräsentative Umfrage wurden Bedarf und Wünsche der Menschen untersucht. Unternehmen wünschen sich beispielsweise mehr Informationen zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, während Kommunen und Vereine mehr über die spezifischen Folgen des Klimawandels in der Region erfahren wollen.

EnAHRgie macht die Energiewende bereits konkret: Gemeinsam mit einem der regionalen Energieunternehmen testet es derzeit dezentrale Speicher von Sonnenenergie für Privathaushalte.

An der Übertragung des Energiekonzeptes wird auch bereits gearbeitet: Mehrere Landkreise haben sich bereit erklärt, die Bausteine des Konzepts zu testen.

Resonanz und Wirkung:
Das Forschungsprojekt in der Öffentlichkeit.

Auszeichnung

EnAHRgie zählte im Jahr 2016 zu den 15 Finalisten des Forschungspreises „European Foundations Award for Responsible Research & Innovation“. Beworben hatten sich weltweit 211 Projekte, die innovative Forschung mit gesellschaftlichen Anforderungen verknüpften.

Erfolg

Der Runde Tisch des Projekts für Themen der Landnutzung hat sich inzwischen als regelmäßiger Austausch etabliert.

General Anzeiger (21.9.2017)

Forschungsprojekt stellt Abschlussbericht für Ahrweiler vor

Zum Artikel

Blick Aktuell (29.8.2017)

Erneuerbare Energien: Vorschläge für die Kommunen liegen bereit

Zum Artikel

Rhein-Zeitung (19.10.2016)

Flaute bei Energiewende: Der Windkraft geht im Kreis die Puste aus

Zum Artikel

Ansprechpartner

Dr. André Schaffrin
EA European Academy GmbH
Forschungsbereich Energie
Wilhelmstraße 56
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler

Projektpartner:

  • EA European Academy of Technology and Innovation Assessment GmbH
  • Landkreis Ahrweiler
  • Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Handwerkskammer Koblenz, Ahrakademie
  • Ahrtal-Werke GmbH
  • Energieversorgung Mittelrhein AG
  • GEOMAGIC GmbH
  • Eifel Energiegenossenschaft eG
  • Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, Hochschule Trier
  • Technische Universität Dortmund
  • DIALOGIK gemeinnützige Gesellschaft für Kommunikation und Kooperationsforschung mbH
  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. UMSICHT
  • Forschungszentrum für Umweltpolitik, Freie Universität Berlin
  • Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH


Weiterführende Informationen
https://www.enahrgie.de/

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