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INOLA

Innovative Konzepte für die regionale Energiewende:
INOLA arbeitete an einem nachhaltigen Land- und Energiemanagement auf regionaler Ebene.

Abgeschlossenes Projekt

Laufzeit: Oktober 2014 bis Dezember 2019

Herausforderung: Regionale Energiewende nachhaltig gestalten

Das INOLA-Verbundprojekt begleitete die bayerische Region Oberland bei der Umsetzung ihres Ziels: Eine Energieversorgung ausschließlich aus erneuerbaren Energien, ab dem Jahr 2035.


Die Herausforderungen dabei: Ein nachhaltiges Energiesystem gestalten, das zugleich land- und ressourcenschonend ist sowie die Akzeptanz der Bevölkerung berücksichtigt.

Modellregion Oberland

Das bayerische Oberland ist eine wachsende Region mit starker Wirtschaft und einem ausgeprägten Tourismus. Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen wird in den kommenden 20 Jahren stark zunehmen. Die Region besitzt ein großes Potential für die Erzeugung erneuerbarer Energien, welches bisher nur unzureichend ausgeschöpft wird.

Zielsetzung

Das Ziel von INOLA sind auf die Region zugeschnittene, neue Werkzeuge und Konzepte für eine regional akzeptierte Energiewende. Dazu wurden partizipative Ansätze und technischen Lösungen kombiniert.

Transdisziplinäres Team

In der Innovationsgruppe INOLA arbeiteten Vertreterinnen und Vertreter aus Natur-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften, einer regionalen Bürgerstiftung sowie eines Stromversorgers zusammen.

Dr. Anne von StreitProjektleiterin, Ludwig-Maximilians-Universität München

Elisabeth FreundlCo-Projektleitung Praxis, Energiewende Oberland – Bürgerstiftung für erneuerbare Energien und Energieeinsparung

Walter HuberGeschäftsführer der Stadtwerke Bad Tölz GmbH

Dr. Monika PraschWissenschaftlerin, Ludwig-Maximilians-Universität München

"Ein tragfähiges landkreisübergreifendes Konzept zu entwickeln, ist schon eine spannende wissenschaftliche Aufgabe. Sie kann nur in Zusammenarbeit mit regionalen Entscheidungsträgern und mit einer möglichst breiten Beteiligung von Menschen aus dem Oberland gelingen. Hier ist die Energiewende Oberland von unschätzbarem Wert für uns."

"Die intensive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis im Projekt INOLA erlebe ich als großen Mehrwert für meine tägliche Arbeit. Die Gespräche sind für mich ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Sie bringen aktuelle Entwicklungen, Meinungen und Ideen der Akteure unmittelbar ins Projekt ein und die Erkenntnisse aus INOLA zurück in die Region."

"Durch INOLA erhalten wir wichtige Impulse – sei es durch Daten oder durch die Diskussion mit der Wissenschaft. Wir als Stadtwerke erhoffen uns vor allem zusätzliche Informationen über die Erwartungen der Bevölkerung an nachhaltiger Energieerzeugung."

"Durch das Simulieren und Visualisieren zukünftiger Entwicklungen der Region Oberland unterstützen wir die regionalen Akteure bei ihren Entscheidungen."



Potentialanalyse der Region

In einem zweiten Schritt wurde geprüft, wie die Region das selbst gesteckte Ziel erreichen kann, die Energieversorgung bis zum Jahr 2035 ausschließlich aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Die Potenzialanalyse zeigt, dass eine Versorgung mit Strom aus regionalen, regenerativen Quellen möglich ist. Bei der Wärme lässt sich nur durch eine Erhöhung der Energieeffizienz und der Einsparung von Energie (z.B. durch energetische Sanierung des Gebäudebestandes) eine Versorgung auf Basis erneuerbarer Energien erreichen.

Fast 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden sollen.

Die höchste Zustimmung erreichen die Wasserkraft sowie PV-Anlagen auf Dächern. Die in der Region stark kontrovers diskutierte Windkraft ordnet sich im Mittelfeld ein.

Fast 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien erzeugt werden sollen.

Die höchste Zustimmung erreichen die Wasserkraft sowie PV-Anlagen auf Dächern. Die in der Region stark kontrovers diskutierte Windkraft ordnet sich im Mittelfeld ein.

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Wie steht die Bevölkerung zur Energiewende?

Eine Befragung von 342 Bürgerinnen und Bürgern in mehreren Gemeinden der Region ergab eine hohe Akzeptanz. Solar- und Wasseranlagen stehen im Bevölkerungsranking auf den ersten beiden Plätzen.

Der Blick in die Zukunft

In zahlreichen Workshops entwickelten über 60 regionale Expert*innen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen „Zukunftsbilder“‘ für die Bereiche Energie, Wohnen, Bevölkerung, Wirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus. Diese wurden in drei Veranstaltungen mit über 100 interessierten Bürger*innen diskutiert.

Wunsch vs. Erwartungen

Es zeigte sich ein Gegensatz von Wunsch zu Erwartung: Die Menschen vor Ort präferieren ein Zukunftsbild mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit. Für wahrscheinlich halten die meisten jedoch eine Fortsetzung bestehender Trends, die den Umstieg auf Erneuerbare Energien erschweren.

Szenarien der Energieversorgung

Vier mögliche Zukunftsbilder wurden für die Region Oberland für das Jahr 2045 erarbeitet. Sie waren das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis. Anhand dieser Szenarien konnten die Teilnehmer*innen besonders relevante, zukünftige Einflussfaktoren und Entwicklungen für das eigene Umfeld bestimmen und gemeinsam geeignete Maßnahmen erarbeiten, um ein Zukunftsbild zu erreichen oder zu verhindern.


Simulationstool für die Entscheidungsfindung

Ein Ergebnis von INOLA war die Analyse des Entwicklungspfades der Region hin zu einem möglichst nachhaltigen und zukunftsfähigen Energie- und Landnutzungssystem. Die Analyse wurde mit den Akteuren und der Bevölkerung des Oberlandes gemeinsam durchgeführt. Hierzu wurde ein Simulationswerkzeug entwickelt, das zur Konsens- und Entscheidungsfindung beiträgt.


100 % erneuerbare Stromversorgung bis 2035

Das Projekt INOLA hat mit Hilfe seines „Konsens-Tools“ zwei Ausbauoptionen simuliert, wie die Region 100 % des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien decken kann. Hier gibt es keinen Königsweg: um 100 % Erneuerbare Energien zu erreichen, muss jede einzelne Erneuerbare-Energien-Technologie ihren Beitrag leisten.

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Um das Ziel 100 % EE beim Strom bis 2035 erreichen zu können, ist ein hoher Zubau an PV-Anlagen notwendig. Bei der Ausbauoption Dachflächen-PV müsste der jährliche Anlagenzubau ab 2020 wieder auf das historische Hoch von 2010 steigen und dieses Niveau für mindestens 15 Jahre halten. Und: ganz ohne Windkraft kann die Region ihr Ziel nicht erreichen.

Um das Ziel 100 % EE beim Strom bis 2035 erreichen zu können, ist ein hoher Zubau an PV-Anlagen notwendig. Bei der Ausbauoption Dachflächen-PV müsste der jährliche Anlagenzubau ab 2020 wieder auf das historische Hoch von 2010 steigen und dieses Niveau für mindestens 15 Jahre halten. Und: ganz ohne Windkraft kann die Region ihr Ziel nicht erreichen.



Entwicklungen des Energiesystems bis 2035 und 2045

Mit dem „INOLA-Konsenstool“ wurde auch simuliert, wie sich der Strom- und Wärmebedarf sowie die Energieproduktion durch EE-Technologien im Oberland unter verschiedenen sozioökonomischen und naturräumlichen Rahmenbedingungen entwickeln könnten. Zudem wurden die Wertschöpfung und die Beschäftigung ermittelt, die mit den einzelnen Ausbaupfaden verbunden sind.

Leitfaden zur energieeffizienten Bauleitplanung

Energieeffizienz und Klimaschutz gewinnen in der städtebaulichen Entwicklung von Gemeinden an Bedeutung. INOLA erarbeitete gemeinsam mit dem Landkreis Miesbach für den Bereich der Bauleitplanung Informationen und Checklisten, wie eine Energiewende durch die Verwaltung gefördert werden kann.



Info-Kampagnen für die Energiewende

INOLA beteiligte sich vielseitig an der Einbeziehung der regionalen Bevölkerung. Zusammen mit der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ veranstaltete INOLA Info-Kampagnen, zum Beispiel zum Thema Energetische Gebäudesanierung, erstellte Infobroschüren sowie Konzepte für Infoabende und Exkursionen zum Thema regionale Energiewende.

INOLA Innovationskonzept

Das Innovationskonzept besteht aus drei Teilen: Den INOLA-Produkten, dem regionalen Handlungskonzept "Energiewende gemeinsam gestalten" und einem Prozessleitfaden, der auf den Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem INOLA Projekt, hervorgegangen ist. Der Leitfaden stellt die methodischen Schritte des INOLA-Projektes dar und bietet einen umfangreichen Werkzeugkasten, wie regionale Energiewendeprozesse gestaltet werden können. Er richtet sich an Klimaschutzmanager*innen und Verwaltungsmitarbeiter*innen, die sich mit Energiewendethemen beschäftigen sowie an Beratungsagenturen, die Regionen bei der Energiewende begleiten und unterstützen. Auch für transdisziplinäre Projektgruppen, die im Bereich nachhaltiges Landmanagement und Energiesysteme arbeiten, enthält der Leitfaden viele praktische Hinweise.


Vierter Landkreis schließt sich an

Der Kreistag des Landkreises Garmisch-Partenkirchen stimmte am 14.10.2016 einem Beitritt zur Energiewende Oberland zu und wandelt seine bisher passive Mitgliedschaft in eine aktive um. Damit ist die gesamte Planungsregion 17 beim Thema Klimaschutz und Energiewende vereint. Das Einzugsgebiet der Energiewende Oberland umfasst somit ab dem 1. Januar 2017 insgesamt 3.956 km² mit rund 440.000 Einwohnern (2015) in 94 Städten, Märkten und Gemeinden.

Josef Kellner (Vorsitzender des Vorstands, links im Bild) und Stefan Drexlmeier (Leiter der Geschäftsstelle Energiewende Oberland, rechts im Bild) hissen die EWO-Fahne im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Resonanz und Wirkung:
Das Forschungsprojekt INOLA in der Öffentlichkeit.

Eine Idee wächst

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat sich als vierter Landkreis nun der Zielsetzung „Energieversorgung aus Erneuerbaren bis 2035“ verschrieben.

Bayrischer Rundfunk (21.11.2019)

Ist die Windkraft noch zu retten?


Zum Radiointerview

Bayrischer Rundfunk (04.05.2019)

Windenergie in Bayern: Was sie im Freistaat ausbremst


Zum Video

Merkur (18.09.2019)

Vier Landkreise im Oberland: Zur Energiewende ist es noch ein weiter Weg


Zum Artikel

Süddeutsche Zeitung (18.09.2019)

Ernüchternde Halbzeitbilanz


Zum Artikel

Süddeutsche Zeitung (01.05.2016)

So kann der Landkreis die Energiewende bis 2035 schaffen


Zum Artikel

Süddeutsche Zeitung (29.04.2015)

Werkzeug für die Praktiker


Zur PDF

Merkur (27.6.2016)

Wie stehen Sie zur Energiewende?


Zum Artikel

Kontakt und Partner

Dr. Anne von Streit

Ludwig-Maximilians-Universität München, Department für Geographie
Luisenstraße 37
80333 München
T | +49 (0)89 2180-4177
M | anne.vonstreit@lmu.de

Weiterführende Informationen:
www.inola-region.de
Unsere Produkte:
Produktdatenbank

Projektpartner:
  • Ludwig-Maximilians-Universität München, Department für Geografie
  • ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V.
  • Hochschule Kempten – Hochschule für angewandte Wissenschaft
  • Energiewende Oberland – Bürgerstiftung für erneuerbare Energien und Energieeinsparung, Penzberg
  • Stadtwerke Bad Tölz GmbH, Bad Tölz


Weitere Projekte

Zum Thema Regionale Energiewende
Zum Thema Stadt-Land-Beziehungen & Innovative Landnutzungsformen